Migräne Medikamente Rezepftfrei

Migräne Medikamente ohne Rezept (rezeptfrei)

Ärzte und Apotheker haben im Kampf gegen Migräne und Kopfschmerz eine Breite Auswahl an wirksamen Medikamenten auf Lager, mehr als im Allgemeinen bekannt ist. Einen Überblick über Arzneimittel die aktuell gegen Migräne empfohlen werden, gibt die Neue Apotheken Illustrierte.

Meist geht Migräne mit Kopfschmerzen einher, jedoch unterscheiden sich diese Schmerzen deutlich von dem normalen Spannungskopfschmerz. Ein Spannungskopfschmerz entsteht meist aus einer verspannten Nackenmuskulatur, die aus einer schlechten Sitzhaltung resultieren kann. Auch durch Stress verkrampfte Schultern können das Ziehen im Nacken auslösen, welches dann Schmerzen im gesamten Kopf auslöst.

Ein Migräneanfall unterscheidet sich deutlich von anderen Kopfschmerzen. Experten sind sich über die Ursachen bis heute nicht im Klaren. Es gilt jedoch als gesichert, dass das Gehirn auf bestimmte Reize mit der Freisetzung des Nervenbotenstoffes Serotonin reagiert, was wiederum zu einer schmerzhaften Entzündung der Blutgefäße führt.

Da die Kopfschmerzen auf unterschiedliche Arten entstehen, verdeutlicht dies auch, dass es auch bei den Arzneistoffen verschiedene Ansatzpunkte geben muss. Dies auch, wenn herkömmliche Kopfschmerzmedikamente den meisten Patienten auch bei Migräne helfen. Wie wissenschaftlicher Literatur zu entnehmen ist, empfiehlt die DMKG (die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft) mehrere Arzneimittel mit denen die Symptome von akuten Migräneattacken sehr gut zu behandeln sind. Die folgenden Schmerzmittel sind alle rezeptfrei in Apotheken erhältlich:

  • Paracetamol (1000 mg)
  • ASS (900 bis 1000 mg) als Tablette oder Brausetablette
  • Phenazon (1000 mg)
  • Ibuprofen (400 mg)
  • 2 Tabletten eines Kombinationspräparats aus Acetylsalicylsäure (ASS; 250 bis 265 mg) + Paracetamol (200 bis 265 mg) + Koffein (50 bis 65 mg)



Sollten diese Wirkstoffe dem Betroffenen bei seiner Migräne keine Linderung verschaffen, können auch die sogenannten Triptane in Frage kommen. Triptane wurden speziell gegen die Beschwerden von Migräne entwickelt. Diese Wirkstoffklasse sorgt dafür, dass sich die erweiterten Blutgefäße im Gehirn wieder enger stellen, dass weniger Entzündungsbotenstoffe ausgeschüttet werden und dass die Ausbreitung von Schmerzreizen im Hirn gehemmt wird. Die Wirkdauer der verschiedenen Präparate ist unterschiedlich lang und auch nicht jeder Patient reagiert gleich auf die Medikamente. Sollte ein Triptan bei einem Patienten keine Wirkung zeigen, so kann dieser in ärztlicher Absprache ein anderes ausprobieren. In Deutschland befinden sich derzeit folgende Wirkstoffe im Handel:

  • Zolmitriptan
  • Sumatriptan
  • Rizatriptan
  • Almotriptan
  • Eletriptan
  • Naratriptan
  • Frovatriptan

In bestimmten Dosierungen ist mittlerweile Almo- und Naratriptan ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Laut DMKG eignet sich Naratiptan am Besten zur Selbstbehandlung von Migräne. Da Almotriptan zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht als rezeptfrei eingestuft war, wurde es in die Auswertung nicht miteinbezogen. Expertenmeinungen zu Folge soll es jedoch gleich wirksam und verträglich wie Naratriptan sein.

Ein Arzt sollte in jedem Fall konsultiert werden, wenn ein Patient häufig unter Kopfschmerzen und Attacken leidet. Dieser kann nach eingehender Untersuchung feststellen um welche Art von Kopfschmerzen es handelt und eine geeignete Therapie, mit oder ohne Schmerzmittel, einleiten.

Behandlung chronischer Migräne

Migräne wird als chronisch bezeichnet, wenn der Patient an mindestens 15 Tagen im Monat und mindestens über einen Zeitraum von 3 Monaten an Spannungskopfschmerzen und / oder Migräne leidet.

Bei dieser Art der Migräne empfehlen Experten ein Therapiekonzept, welches Sporttherapeuten, Neurologen, Verhaltenspsychologen und eventuell Zahnärzte oder Psychiater mit einbezieht. In diesem Therapiekonzept können Medikamente zur Vorbeugung, sowie Entspannungstechniken, moderater Ausdauersport und Stressbewältigungstraining zum Einsatz kommen.

Bei der Reduktion der Attacken von chronischer Migräne haben sich mit überzeugenden Studiendaten bis heute, zwei Arzneistoffe bewährt. Dies ist zum einen der Wirkstoff Tomiramat, welcher Ursprünglich als Mittel gegen Epilepsie entwickelt wurde und bei dem eher zufällig auffiel, dass Patienten die Topiramat einnahmen, seltener Migräne bekamen. Da dieses Medikament jedoch mit einigen Nebenwirkungen behaftet ist gilt es als nicht unproblematisch und sollte nur langsam aufdosiert werden.

Auf der anderen Seite stellten sich Injektionen mit Botulinumtoxin A als wirkungsvoll gegen chronische Migräne heraus. In Amerika war Schönheitschirurgen aufgefallen, dass Patienten, denen Botulimumtoxin verabreicht wurde, weniger unter Migräne litten.

Es ist zwar bis heute nicht genau bekannt, wie das Mittel genau wirkt, mittlerweile wurde die Wirksamkeit jedoch durch mehrere Studien bestätigt. In Deutschland ist das Mittel zur Behandlung von chronischer Migräne zugelassen.

Werbung durch Pharmafirmen ist erlaubt

Göbel sieht die Rezeptfreiheit des Triptans für Patienten, deren Kopfschmerzen durch einen Arzt als Migräne diagnostiziert wurden, als positiv an. Der Arzt sagt weiter: „Im Gegensatz zu vielen Schmerzmittel-Kombinationspräparaten steht Naratriptan nicht im Verdacht, Magen, Leber oder Nieren zu schädigen“ Unumstritten sei der medizinische Nutzen der Medikamente. Patienten deren Migräne eindeutig diagnostiziert ist, müssen keinen Arzt aufsuchen um sich das Medikament verschreiben zu lassen, sondern können es sich bequem selbst in der Apotheke besorgen. Dies ist eine Erleichterung für Migränepatienten.

Auf dieser Grundlage entschied der Bundesrat in diesen Tagen, dass es ab August das Almotriptan rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sein wird. Laut Informationen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird des Weiteren geprüft, ob auch ein weiteres Triptan, das Sumatriptan bald nachfolgt.

Aus diesem aktuellen Entschluss resultiert, dass nun die Pharmaunternehmen ihre nun rezeptfreien Produkte, beispielsweise in Zeitschriften, oder Fernsehen bewerben dürfen. Dies ist für rezeptpflichtige Medikamente verboten. Diese neuen Möglichkeiten der Werbung beunruhigen Kritiker. Sie befürchten, dass sich Patienten, die eventuell unter anderen Arten von Kopfschmerzen leiden, sich als Folge der Werbung, Migränemittel selbst, ohne ärztlichen Rat verordnen. Waltering sagt: „Aufgrund einer selbst diagnostizierten vermeintlichen Migräne nehmen Betroffene dann unter Umständen ein Medikament mit potentiellem Schaden ein“

Warum ist gerade Naratriptan ohne Rezept erhältlich?

Es ist nicht ganz nachzuvollziehen, warum ausgerechnet Naratriptan nun rezeptfrei gemacht wurde. Eine Möglichkeit könnte sein, dass man bei diesem relativ schwach wirkenden Triptan davon ausgeht, dass es auch die schwächsten Nebenwirkungen mit sich bringt. Die Nutzen und Risiken wären jedoch bei Sumatriptan besser einzuschätzen, da dieser Wirkstoff am längsten angeboten wird. In Großbritannien sind daher, konsequenterweise nur Präparate mit diesem Triptan ohne Rezept erhältlich. Da Sumatriptan mittlerweile nicht mehr patentgeschützt ist, sind nun auch preiswerte Generika erhältlich. Die Selbstmedikation mit Sumatriptan erscheint aus Verbrauchersicht als die sinnvollere Wahl. Die Entlassung aus der Verschreibungspflicht wird normalerweise durch die Arzneimittelfirma beantragt. GlaxoSmith­Kline hielt das Patent an Sumatriptan, sowie an dem rezeptfrei erhältlichen Naratriptan Naramig®. Da bei Naratriptan Naramig® das Patent jedoch noch nicht abgelaufen ist, lässt sich mit diesem Medikament wesentlich mehr verdienen. Dies könnte als Erklärung dienen, warum dieses Mittel rezeptfrei wurde.



Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen