Pestwurz

Pestwurz und die Wirkung bei Migräne

Um die stechenden Kopfschmerzen einer Migräne, speziell einer chronischen Migräne, zu lindern, greifen einige Migränepatienten zu der Heilpflanze Pestwurz. Nun wurde einer Anwendung von Pestwurz nachgesagt, dass die Wirkung potentielle Schädigungen der Leber zur Folge haben könnte. Dies führte zu Verunsicherungen bei Anwendern der Heilpflanze Pestwurz. Eine Nutzen-Risiko-Analyse dieses Präparats, anhand zwei aktueller Studien mit Erwachsenen und einer offenen Studie mit Kindern, kommt jedoch zu einer positiven Bewertung. Hier einige Antworten und Informationen zu der Heilpflanze die eine beliebte Alternative zu bekannten Migränepräparaten darstellt.

Hilft Pestwurz bei Migräne
Hilft Pestwurz bei Migräne

Viele Medikamente, wie Analgetika, beispielsweise Acetylsalicylsäure und Paracetamol, Antibiotika, Antiarrhythmika, und auch andere Substanzen, können eventuell Schäden an der Leber verursachen. Die gleichen Nebenwirkungen können aber auch Verbindungen aus dem Pflanzenreich auslösen. Unter anderem, die Pyrrolizidinalkaloide, welche vor allem in den Korbblütlern, den Asteraceae, vorkommen.



Auch die Petasites hybridus, besser bekannt als Pestwurz, zu den Asteraceae und enthält diese Alkaloide. Daher führten zurückliegende Berichte über Hepatitisverdachtsfälle im Zusammenhang mit der Einnahme des Pestwurz-Spezialextrakts (Petadolex®) zu Verunsicherungen bei den Anwendern. Angesichts dieser Tatsache und zwei kürzlich veröffentlichten randomisierten Therapiestudien bei Erwachsenen, sowie einer offenen Studie bei Kindern zur Migräneprophylaxe, ist eine kurze Nutzen-Risiko-Analyse dieses Präparats angebracht.

Kein hepatotoxisches Risiko

Petadolez wird unter hohem Druck, mittels CO2, aus dem Rhizom der Pestwurz gewonnen. Es ist ein speziell patentierter Extrakt. Die Sesquiterpene vom Petasintyp die in dem Extrakt vorhanden sind, werden für die pharmakologische Wirkung verantwortlich gemacht. Auch Pyrrolizidinalkaloide sind in der Pflanze vorhanden, diese werden jedoch durch das Herstellungsverfahren so abgereichert, dass sie im Spezialextrakt nicht mehr nachweisbar sind. Dies schließt also, dass Risiko durch Pyrrolizidinalkaloide, aus.

In den Studien wurde Petadolex gut vertragen. Die Verumgruppe, klagte im Vergleich zu Placebo, nur über ein signifikant häufigeres Aufstoßen. Unabhängig von Studien sind bis heute sechs Hepatitis-Verdachtsfälle im Zusammenhang mit der Einnahme gemeldet worden, darunter ein Fall einer schweren Leberschädigung mit Lebertransplantation. Diese sechs Fälle von etwa 763.000 Anwendern, ergeben eine Inzidenz für Petadolex von 0,8 pro 100.000. Diese wurden von ausgewiesenen, unabhängigen Experten, der Histopathologie und Hepatologie bewertet. Ein wahrscheinlicher Zusammenhang, mit der Petadolex-Einnahme, wurde von den Experten, nur in zwei fällen festgestellt. Der Kausalzusammenhang der Leberschädigung/Transplantation mit der Einnahme ist zwar nicht auszuschließen, wurde aber von den Experten als eher unwahrscheinlich gewertet. Die ab April 2002 in der Gebrauchs- und Fachinformation empfohlene Transaminasenkontrolle führte zu keiner erhöhten Inzidenz von Meldungen über erhöhte Transaminasenwerte, sodass es sich bei den Hepatitisverdachtsfällen um plötzlich auftretende Ereignisse unbekannter Genese handelt.

 

Petadolex wirkt über die Hemmung der der Lipoxygenase und Cyclooxygenase, pharmakologisch, entzündungshemmend. Zum Vergleich weisen nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac und Paracetamol höhere Inzidenzraten an schwer wiegenden Hepatitis-Fällen auf. Laut Teschke, liegt die Inzidenz einer Hepatitis bei der Einnahme von Ibuprofen bei 1,6 pro 100.000 und von Diclofenac bei 3,8 pro 100.000. Eine Untersuchung an 625 307 Anwendern in England und Wales fand eine Inzidenz einer Hepatitis bei der Einnahme von NSAIDs von 3,7 pro 100.000. In der kanadischen Provinz Saskatchewan mit 228.392 Anwendern wurde eine Inzidenz von 7,0 pro 100.000 dokumentiert.

Zur Prophylaxe von Migräne wurde Petadolex, in die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und in die im September erscheinende neue Version der Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) aufgenommen. Auch die Aufnahme in die Leitlinien der Europäischen Neurologischen Fachgesellschaft ist verabschiedet.

 

Sicher und Wirkungsvoll

Petadolex zur Prophylaxe von Migräne wurde in mehreren Studien getestet. So liegen zwei randomisierte placebokontrollierte Studien, mit über 300 Erwachsenen, sowie eine offene Studie mit mehr als 100 Kindern vor. In einer randomisierten, placebokontrollierten monozentrischen Doppelblindstudie wurden 60 Migränepatienten mit, oder ohne Aura im Alter zwischen 18 und 60 Jahren über zwölf Wochen mit zweimal täglich 50 mg Petadolex oder Placebo behandelt. Dabei konnte die Anzahl der Migräneanfälle, um maximal 52 Prozent gesenkt werden. Nach zweimonatiger Behandlung reduzierte sich bei zwei Drittel der Patienten, in der Verumgruppe versus 22 Prozent, in der Placebogruppe die Anzahl der Migräneattacken um mindestens die Hälfte. Darüber hinaus konnte die Anzahl der Patienten, die zusätzlich Akutmittel einnahmen, unter Petadolex um mehr als die Hälfte, von 44 Prozent, auf 18 Prozent gesenkt werden.

Mit 245 Patienten in einem Alter von 18 bis 65 Jahren wurde eine doppelblinde randomisierte placebokontrollierte multizentrische dreiarmige Parallelgruppenstudie in den USA und Deutschland durchgeführt. Vier Monate lange, wurden Patienten entweder zweimal täglich 50 mg oder 75 mg CO2-Spezialextrakt oder Placebo, behandelt. Der maximale Behandlungserfolg zeigte sich im dritten Monat bei der Gabe von zweimal täglich 75 mg Pestwurz-Extrakt mit einer Reduktion der Migräneanfälle von 58 Prozent. Dieser Wert ist gegenüber Placebo (28 Prozent) statistisch signifikant. Ebenfalls nach drei Monaten betrug die Zahl der Therapieresponder (Migräneanfälle um mindestens 50 Prozent reduziert) in der zweimal 75 mg Gruppe 71 Prozent und am Ende der Behandlung 68 Prozent.

An einer viermonatigen prospektiven, offenen Studie in 13 Arztpraxen und fünf Kinderkliniken, nahmen 29 Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren und 79 Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren mit schwerer Migräne teil. Je nach Alter erfolge die Dosierung und lag zwischen täglich zweimal 25 mg oder dreimal 50 mg Petadolex. Nach der viermonatigen Behandlung mit dem Pestwurz-Spezialextrakt sank die Anfallshäufigkeit von 9,4 Prozent (6- bis 9-Jährige) beziehungsweise 9,7 Prozent (10- bis 17-Jährige) auf 4,0 Prozent (6- bis 9-Jährige) beziehungsweise 5,8 Prozent (10- bis 17-Jährige). Insgesamt war bei 85,7 Prozent der 6- bis 9-Jährigen und bei 74,1 Prozent der 10- bis 17-Jährigen die Zahl der monatlichen Migräneattacken um mindestens 50 Prozent reduziert.

Zusammenfassung:

Die Wirksamkeit, belegt in zwei randomisierten und kontrollierten Studien und einer offenen Studie, und die gute Verträglichkeit sowie die geringe Inzidenz der Hepatitisverdachtsfälle ergeben eine positive Nutzen-Risiko-Bewertung für den Pestwurz-Spezialextrakt Petadolex.

Wie eine Analyse verschiedener publizierter Studien zeigt, ist die Wirksamkeit des Pestwurz mit anderen synthetischer Migräneprophylaktika vergleichbar. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Erhöhung der Leberwerte kommen, die wahrscheinlich auch durch regelmäßige Kontrollen der Laborwerte nicht antizipiert werden kann. Ein hepatotoxisches Risiko durch Pyrrolizidinalkaloide ist durch das Herstellungsverfahren ausgeschlossen.



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